Jedes Stadtmuseum ist eigentlich eine Zeitmaschine…

Stadtmuseen bieten mit ihren Ausstellungen und Exponaten zur Stadtgeschichte einen Reflektionsraum für aktuelle gesellschaftliche Fragen und Identifikationsmöglichkeiten für die unterschiedlichsten Menschen. Als Initiator der Zeitmaschine Freiheit hat das Stadtmuseum Memmingen diese Aufgabe im Fokus.

Mit vielfältigen Aktionen im öffentlichen Raum der Stadt Memmingen rücken wir uns in die unmittelbare Aufmerksamkeit der Einwohner. Noch bis Juni 2018 erkunden wir ausgehend von den Memminger „Zwölf Artikeln“ mit 12 Partnern in 12 Aktionen, was Freiheit im städtischen Leben aus heutiger Sicht bedeutet.

„HE, FRÄULEIN!“, EIN ERFOLGSMODELL

Wie wichtig es ist, dass sich das Stadtmuseum an andere Orte begibt, zeigt nicht zuletzt der Erfolg der Auftakt-Aktion „He, Fräulein!“. Für die guten Besucherzahlen sorgte eine Kombination aus: ganz spezifischen Ereignissen – die Memminger Prozesse, an denen sich bis heute die Geister scheiden –, einem bedeutungsvollen Ort – dem ehemalige Union-Kino, das durch seine Unzugänglichkeit ohnehin schon konservierte Vergangenheit ist - und der Unterstützung unterschiedlicher Partner – von der Frauengeschichtswerkstatt, die seit langem engagiert für das Thema Frauengeschichte eintritt bis zum männlichen Bar-Betreiber-Team.

Ein Modell das wir fortführen werden – die Neue Welt – bis vor wenigen Jahren ein Unort, als Landesgartenschau zum artifiziellen Gelände erhoben, wird als Landeort unserer „time machine“ Denkarium und Spielraum für Künstler und Heimatlose unter Beteiligung der Kolping Akademie, des Landestheaters Schwaben und zahlloser Besucher werden.

WIR BAUEN UNS EINE ZEITMASCHINE – THE TIME MACHINE LANDED

Eine Zeitmaschine reist nicht nur durch die Zeit, transportiert Dinge und Menschen, sie wirft auch Fragen auf. Wie frei sind wir in der Zeit? Kann ein Mensch sein Schicksal selbst bestimmen. Ist die Zukunft beeinflussbar und die Vergangenheit veränderbar? Was tun wir damit? Zeitmaschinen sind Ausgangspunkte für alternative Weltgeschichte. Ein Zeitreisender ändert die Vergangenheit, die Geschichte entwickelt sich anders als überliefert, und eine parallele Realität entsteht. Utopien. Verlassene Orte, zurückgelassen in der Zeit. Das Projekt Zeitmaschine Freiheit lädt in der Neuen Welt zu Gedanken- und Begegnungsexperimenten ein, rund um das Reisen zwischen Zeit und Raum.

Die Künstler Alexandra Vogt und Jörg Hartmann gestalten mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten aus dem Bunten Haus einen mobilen Ausstellungskubus zur Zeitmaschine um. Der Auftakt im Juli 2016 beim Fest der Kulturen der Kolpingakademie bot als Videoinstallation „Aber was Zeit betrifft sind wie Gefangene“ einen Vorgeschmack auf die Infragestellung der Unveränderbarkeit von Zeit und Raum. Im Laufe des Jahres legten gemeinsame Treffen zwischen den Künstlern und den Jugendlichen die weitere Basis für das Projekt. Materielle und immaterielle Gestalt nimmt das Thema zur Zeit in der Neuen Welt an und wird zur Irritation im gewohnten und erwarteten Umfeld.

Am 11. Mai feiert die Zeitmaschine Freiheit die Landung der „time machine“ in der Neuen Welt mit einem Eröffnungsfest. Bis zum 15.7. bleibt die „time machine“ in der Neuen Welt und lädt die Besucher ein, jederzeit Teil des künstlerischen Begegnungsexperimentes zwischen Vergangenheit und Zukunft zu werden.

 

ÜBERALL BARRIEREFREI

Lossegeln, dann beobachten, wo man hinkommt und den Kurs stetig nachjustieren. Dieses Konzept des Projekts Zeitmaschine Freiheit wird an der Aktion „Überall Barrierefrei“ besonders gut deutlich. Die Idee, Exponate und Geschichten des Stadtmuseum an 12 Orte in der Innenstadt zurückzubringen und somit allen Einwohnern jederzeit zugänglich und sichtbar machen, wurde von dem Familienentlastenden Dienst der Lebenshilfe MM e.V. angestoßen und gemeinsam mit den Unterallgäuer Werkstätten (UAW) konzipiert und umgesetzt.

Unter dem Titel „Überall Barrierefrei“ entsteht nun zuerst der Freiheitsweg, ein Rundgang, der an 12 Orten historisches zu den „Zwölf Artikeln“ und der Freiheit Memmingens zeigt. Die Texte sind in einfacher Sprache verfasst, die Vitrinen wurden in Zusammenarbeit mit den UAW konzipiert von ihnen hergestellt und auch die Standorte sind von den UAW beeinflusst. Er wird im Mai eröffnet und lässt sich mithilfe eines Flyers selbsterkunden.


Das Projekt Zeitmaschine Freiheit wird gefördert im Fonds Stadtgefährten der

Museumswebsite gefördert durch:

Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung