Pressemitteilung: Ausstellung „He, Fräulein!“ mit Fakten und Bildern zur Frauengeschichte zwischen Bestimmung und Selbstbestimmung im ehemaligen Union-Kino

Fotografie: Stadtarchiv Memmingen. Aufnahme im Atelier Hans Weis, Memmingen, Sommer 1928

Start des ersten Teilprojekt von „ Zeitmaschine Freiheit“ zur Initiierung neuer Partnerschaften für das Stadtmuseum Memmingen, gefördert im Fonds Stadtgefährten der Kulturstiftung des Bundes

Wie im Zeitraffer bietet „He, Fräulein!“ interessante und unterhaltsame Einblicke zu Frauenrollen und Familienbildern in Geschichte und Gegenwart und erkundet was Freiheit aus Sicht von Frauen bedeutet. Die Ausstellung wurde kuratiert von der Volkskundlerin Ursula Winkler und realisiert im Rahmen des Projekts „Zeitmaschine Freiheit“. Sie ist zu besichtigen im großen Saal des ehemaligen Union-Kinos, einem aus der Zeit genommen Ort in Memmingen, der „Stadt der Freiheit und des Rechts“, vom 09. Dezember 2016 bis zum 08. März 2017.

Im Projekt „Zeitmaschine Freiheit“ erkundet das Stadtmuseum im Hermansbau mit einer wachsenden Zahl an Partnern, welche Freiheiten für das gemeinsame Leben in Memmingen heute wichtig sind. Ausgehend von den 12 Memminger Bauernartikeln, dem wohl ältesten Dokument der Menschenrechte in Europa, startete das Projekt mit 12 Partnern, die innerhalb der Projektlaufzeit zahlreiche Einzelprojekte verwirklichen werden.

„Fleißiges Mädchen mit Näh- und Kochkenntnissen gesucht“

In jedem besseren Haushalt, ob bürgerlich oder ländlich, bildeten Haushaltshilfen und Kindermädchen bis in die 1940er Jahre eine Selbstverständlichkeit. Dass Töchter in andere Familien „in den Haushalt“ oder „in Stellung“ gingen, galt als gute Ausbildung für angehende Ehe- und Hausfrauen. Der Ruf „He, Fräulein!“ steht symbolisch für die Verfügbarkeit junger weiblicher Arbeitskräfte bis in jüngste Zeit – als Dienstmädle, Serviermädchen, Fräulein vom Amt, Verkäuferin, Schreibkraft. Mädchen wurden weitere Schulbildung und Berufsausbildung häufig verwehrt mit dem Argument: „Du heiratest doch sowieso einmal!“

Die Ausstellung im ehemaligen Union-Kinosaal zeigt, wie gesellschaftliche Konventionen und gesetzliche Fakten das Frauenleben seit dem 19. Jahrhundert geprägt haben. Der Wandel wurde durch Frauen und Männer vollzogen, einerseits durch die Emanzipations- und Frauenbewegungen der 1890er- bis 1990er-Jahre, aber auch in Folge der großen Katastrophen der Weltkriege. Frauen haben vielfältige Freiheiten gewonnen, zum allgemeinen Wohl. Das ist bis heute keine Selbstverständlichkeit.

Breite Beteiligung

Das Rahmenprogramm der Ausstellung wird getragen von zahlreichen Partnern und reicht von Vorträgen und informativen Gesprächen zur Cocktailstunde über ein Vermittlungsprogramm für Kinder und Erwachsene bis hin zur dritten Ausgabe der Late Night des Landestheaters Schwaben, die während der Ausstellungsdauer ausnahmsweise im ehemaligen Union-Kino stattfindet.

Zu den Partnern und Unterstützern der Ausstellung „He, Fräulein!“ zählen das Frauennetzwerk Memmingen e.V., die Frauen-Geschichtswerkstatt Memmingen e.V., die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Memmingen, die Kulturwerkstatt Memmingen e.V. und das Landestheater Schwaben. „He, Fräulein!“ ist ein Teilprojekt der „Zeitmaschine Freiheit“ und wird gefördert durch den Fonds Stadtgefährten der Kulturstiftung des Bundes.                           

Weitere Details

Die Ausstellung läuft vom 09. Dezember 2016 bis zum 08. März 2017; sie ist geschlossen vom 23. Dezember 2016 bis zum 03.01.2017 und am 06.01.2017.

Die Eröffnung findet am 08. Dezember 2016 ab 19 Uhr statt. Gäste sind herzlich willkommen.

Öffnungszeiten sind jeweils Mittwoch bis Freitag 11:00 Uhr bis 15:30 Uhr, Samstag 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr und zum Afterwork-Donnerstag 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr.

Der Veranstaltungsort ist das ehemalige Union-Kino in der Nähe des Bahnhofs Memmingen, Maximilianstraße 23, 87700 Memmingen.

Museumswebsite gefördert durch:

Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung