Geliebte Gabi Landtag© Christoph Morlok

"Geliebte Gabi. Ein Mädchen aus dem Allgäu – ermordet in Auschwitz."
Wanderausstellung im Bayerischen Landtag


Die Wanderausstellung „Geliebte Gabi. Ein Mädchen aus dem Allgäu – ermordet in Auschwitz.“ macht Station im Bayerischen Landtag. Landtagspräsidentin Ilse Aigner eröffnete die Ausstellung am 25.01.2024 im Maximilianeum und lädt Bürgerinnen und Bürger dazu ein, diese vom 26. Januar bis 1. März 2024 zu besuchen.

Der Historiker, Regisseur, Autor und Filmemacher Leo Hiemer beschäftigt sich seit langem mit dem tragischen Schicksal von Gabriele Schwarz. 1993 drehte er den Spielfilm „Leni… muss fort“, der Gabis kurze Lebensgeschichte schildert. Der Film erhielt das Prädikat „besonders wertvoll“ und zahlreiche internationale Preise. Doch Gabis Schicksal ließ ihn nicht los. 2019 erschien sein Buch „Gabi (1937 – 1943). Geboren im Allgäu. Ermordet in Auschwitz“ im Metropol-Verlag, Berlin.

Durch unzählige Gespräche und Recherchen vor Ort und in den Archiven Bayerns gelang es ihm, auch Dutzende Gegenstände aus Gabis Leben zu finden. Die Kuratorin Regina Gropper konzipierte mit diesen und den vielen Fotografien aus Gabis Leben eine Ausstellung, die das Leben des Mädchens nachzeichnet - und so erinnert und mahnt. Gezeigt werden Spiel- und Anziehsachen, die einmal Gabi gehört haben, sowie viele Fotos, die ihre glückliche Kindheit auf einem Bauernhof im Allgäu dokumentieren und Vieles mehr. Das Schicksal von Gabriele Schwarz steht stellvertretend für mehr als eine Million Kinder und Jugendliche, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Die Wanderausstellung dient als Mahnung und ruft dazu auf, die Werte der Demokratie zu schützen und niemals zu vergessen, was war.

Landtagspräsidentin Ilse Aigner: „Es liegt in unserer Verantwortung, das menschenverachtende Unrecht anhand konkreter Schicksale unserer heutigen Generation vor Augen zu führen. Die Erinnerung an Gabi und ihr Leben berührt und macht nachdenklich. Ihr Schicksal ist ein Mahnmal und eine Erinnerung an die Ungeheuerlichkeiten der Vergangenheit, die wir niemals vergessen dürfen.“

Besuchsmöglichkeit der Ausstellung "Geliebte Gabi":
Vom 26. Januar bis 1. März 2024 sind Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen, diese im Maximilianeum zu besuchen. 

Gabis Schicksal

Gabi wird 1937 in Marktoberdorf geboren und getauft. Ihre Mutter Lotte gibt sie gleich in die Obhut liebevoller Pflegeeltern. Gabi ist bald wie ein eigenes Kind für das Bauernpaar. Die beiden werden Mama und Papa für Gabi. Lotte ist ihre Mutti, die sie besuchen kommt, so oft sie kann. Gabi wächst in ländlicher Idylle auf und findet Spielkameraden unter den Nachbarskindern. Und dann sind da noch Hofhund Frischle, viele Katzen und ihre große Leidenschaft – die Hühner. Das kleine Mädchen erlebt eine unbeschwerte Kindheit auf dem Einödhof. Vom Dritten Reich und seinen grotesken Rassenlehren weiß Gabi nichts. Ihre Mutter Lotte ist eine getaufte Jüdin. Mit Hilfe von Kardinal Faulhaber versucht sie, Gabi und sich selbst ins Ausland zu retten. Auch Gabi gilt den Machthabern als Jüdin. 1943 muss Gabi ihre Heimat verlassen und wird in das Vernichtungslager Auschwitz verschleppt. Rassistische Ideologie, staatlich geschürter Hass auf Juden und gnadenlose Verfolgung durch Gesetze, Verordnungen und Erlasse, umgesetzt durch Helfer und Mitwisser, besiegeln Gabis Schicksal. Die Wanderausstellung „Geliebte Gabi. Ein Mädchen aus dem Allgäu - ermordet in Auschwitz“ gibt Einblick in das kurze Leben von Gabi und in die Hintergründe ihres frühen Todes.

Mehr erfahren über www.geliebtegabi.de

Informationen zur Ausstellung für Besucherinnen und Besucher:

Ausstellungsdauer
26. Januar bis 1. März 2024 im Kreuzgang des Bayerischen Landtags

Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag 9.00-16.00 Uhr, Freitag 9.00-13.00 Uhr
Am Wochenende und an Feiertagen ist die Ausstellung geschlossen.

Ausstellungsort
Bayerischer Landtag, Maximilianeum
Max-Planck-Str. 1, 81675 München

Öffentliche Verkehrsmittel
U4/U5 Haltestelle Max-Weber-Platz
Straßenbahn 19,21 Haltestelle Maximilianeum

Parkmöglichkeiten
Es bestehen keine Parkmöglichkeiten im Maximilianeum.


Geliebte Gabi Landtag© Stadtmuseum Memmingen

Der Einlass für Einzelbesucher erfolgt über die Ostpforte des Maximilianeums unter Vorlage eines amtlichen Lichtbildausweises. Es werden Sicherheitskontrollen – auch der mitgebrachten Handtaschen – durchgeführt. Gepäckstücke, größere Handtaschen oder Rucksäcke können nicht mit ins Gebäude mitgenommen werden. In begrenzter Anzahl stehen Schließfächer zur Verfügung.

https://www.bayern.landtag.de/aktuelles/ausstellungen/26012024-01032024-ausstellung-geliebte-gabi/